Geschichtliches um das Dorf Mansfeld:
• Der Ort Mansfeld liegt im Amtsbereich Putlitz-Berge, 3 km südlich von Putlitz.

• 1424 wurde die Siedlung erstmalig urkundlich erwähnt und zwar unter dem Namen „Mansfeld“ auch die
Schreibweise „Mannsfeld“ ist angegeben.
Schon 1424 gehörte der Ort zur Herrschaft von Putlitz. Es kann davon ausgegangen werden, dass das
Geschlecht der Edlen Gans zu Putlitz den Namen Mansfeld gewählt hat, um an die alte Heimat dieses
Adelsgeschlecht zu erinnern nämlich an Mansfeld am Fuße des Harzes. Es wird angenommen,
dass ein Graf Gebhard von Mansfeld diesen kleinen Ort in der Prignitz gegründet hat.
Diese Annahme wird unterstützt durch die Inschrift auf der Glocke der Mansfelder Kirche, die Inschrift lautet: „Nach Maria und der heiligen Anna selbdritt geweiht“.
Die heilige Anna war die Schutzheilige der Bergleute im Harz. Aber es gibt nicht nur diese Annahme sondern auch folgende: Das Geschlecht der Edlen Gans zu Putlitz war in viele Fehden verwickelt. Ein Knecht tat sich durch besondere Tapferkeit hervor, die Adligen fühlten sich zu Dank verpflichtet und schenkten dem Tapferen ein Stück Land an der Stepenitz wo derselbe sich ein Haus baute. Ihm zu Ehren erhielt der Ort den Namen Mansfeld, der soviel bedeutet „ eines tapferen Mannes Feld“.

Weitere Siedler folgten. Mansfeld ist eine typische deutsche Gründung und ein Straßendorf, das teilweise von Flüssen begrenzt ist.
1. der Sagastbach,
2. der Kalte Bach,
3. die Stepenitz,
4. der Zieskenbach.
• In dem Jahr 1490 registrierte man in Mansfeld zwei Zweihüfner und zwei Dreihüfner. Zweihüfner oder auch Vollbauern galten als Zentralfiguren im Dorfe. Der Einhüfner oder Halbbauer hat seine historische Wurzel bei den slawischen Bauern, die bei der Eroberung ihrer Hufe Landnutznießer sein durften.
• 1576 sind 12 Hüfner (Bauern) und 6 Kossäten (hatten nur eine Hütte, einen Garten und hatten keinen Anteil an der Dorfmarkung) in Mansfeld. In der Regel war er der Landarbeiter der Rittergüter. Im Durchschnitt wurden in der Prignitz zwölf bis vierzehn Hufe Land vergeben. Eine Hufe entsprach einer Flächengröße , die mit einem Zugtier (Pferd oder Rind) bearbeitet werden konnte. Der Hüfner besaß kein Eigentum am Hof und Land damals war er durch Abgabe an den Herren oder Adligen verpflichtet. Er musste Grundzins und Lohnsteuer zahlen und sich zu weiteren Dienstleistungen zu Verfügung stellen. Zum Waffendienst waren die Bauern zu dieser Zeit noch nicht verpflichtet. Der Acker wurde individuell genutzt. Wiesen und Weiden waren Gemeindeeigentum. Wollte man eine Hüfnerstelle übernehmen, war die Voraussetzung der Besitz von Spannvieh (Rind, Pferd).
• Im Jahre 1652 lebten in Mansfeld zwei Hüfner, drei Kossäten und ein Knecht. Hüfner: Joachim Schulze 45 Jahre alt Hans Schulze 45 Jahre alt Kossäten: Joachim Glimm 40 Jahre alt Thomas Haker 44 Jahre alt, aus Lockstädt stammend Paschen Jürgens 41 Jahre alt aus Goldwich Mecklenburg und ein Knecht Diese geringe Einwohnerzahl in Mansfeld um 1652 war auf die verheerenden Folgen des 30zig jährigen Krieges zurück zu führen.
• Nach dem Krieg 1618-1648 nahm die Einwohnerzahl langsam wieder zu. Auch der erste Pfarrer von Mansfeld nahm bereits 120 Jahre nach erstmaliger Nennung des Ortes sein Amt 1544 auf. Auch aus den Niederlanden kamen Zuwanderer. Hauptsächlich Kossäten (die Bezeichnung stammt aus den Niederlanden). In der gesamten Prignitz so auch in Mansfeld waren diese Gruppen eine wirtschaftlich und sozial von den Hüfnern scharf geschiedene Klasse. Eine Heirat zwischen Hüfner und Kossäten war ausgeschlossen.

• 1686 lebten in Mansfeld sieben Zweihüfner, einen Anderthalbhüfner, zehn Kossäten mit je einer Hufe.
• 1719 waren es acht Hüfner, neun Kossäten , ein Pachtschäfer und dessen Knecht, ein Hirt ohne Vieh.
• 1728 war das Gut vorhanden.
• 1760 wohnten in Mansfeld acht Hüfner, zehn Kossäten , ein Pacht- und ein Dorfschäfer mit 25, 5 Hufen.
• 1819 acht Hüfner, neuen Kossäten, ein Pachtschäfer und dessen Knecht, ein Hirt ohne Vieh (genau wie 1719).
• 1846 gab es in Mansfeld 43 Wohnhäuser. 1860 standen auch 43 Wohnhäuser in Mansfeld,
dazu 3 öffentliche Gebäude sowie 41 Wirtschaftsbauten, aufgezählt wurde auch das Gut.

Abb. 4 altes Feuerwehrhaus © Abb. 5 altes Schulhaus © Chronik Mansfeld
Einwohnerzahl in Mansfeld:
im Jahre 1800 = 197 Einwohner,
im Jahre 1840 = 237 Einwohner,
im Jahre 1858 = 241 Einwohner (Dorf) u. 40 Einwohner (Gut),
im Jahre 1895 = 198 Einwohner (Dorf) u. 31 Einwohner (Gut),
im Jahre 1925 = 223 Einwohner,
im Jahre 1939 = 189 Einwohner,
im Jahre 1946 = 448 Einwohner (mit Flüchtlingen),
im Jahre 1996 = 108 Einwohner,
im Jahre 2005 = ca. 115 Einwohner.
Das Dorf Mansfeld besitzt sogar eine wunderschöne Kirche, erfahren Sie HIER mehr über diese Bauwerk.
Selbst berühmte Persönlichkeiten kann das wunderschöne Dorf Mansfeld aufweisen.
Der frühere Dichter und Arzt Gottfried Benn ist in diesem bescheiden Örtchen geboren.
Seine Biographie und einzelne Werke können Sie HIER nachlesen.
Quelle:
Aus der Chronik übernommen 28.04.2005
Eike Tanneberger, |